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Beitrag 2014

Patton Barracks, IBA Heidelberg

Patton Barracks, IBA Heidelberg
Beitrag 2014

Maximilian Birli (Dipl. Ing.)

Aleksandra Ciezka (Dipl. Ing.)

Raíza Constança (Arquiteta e Urbanista)

Katharina Kroth (M. Sc.)

Jonathan Scheder (Dipl. Ing.)

Fabian Ziltz (Dipl. Ing.Arch.)

 

 

Das Prinzip des „Kontext“ beschäftigt sich mit dem Vorgefundenen. Dabei werden wichtige Gegebenheiten des Ortes wie Bestand, Typologie oder Struktur erkannt und analysiert. Das Gefundene dient dann als substantielle Grundlage für die Entwicklung von städtebaulichen und architektonischen Ideen.

 

Ein Blick auf den Schwarzplan genügt um festzustellen, dass sich Heidelberg strukturell und geschichtlich in verschiedene Stadtteile gliedern
lässt. Diese liegen in der Regel nah beieinander und sind untereinander gut vernetzt. Eine Ausnahme stellt das Gebiet zwischen der neu angelegten Bahnstadt und dem im Süden liegenden Stadtteil Kirchheim dar. Die dort klaffende, weite Lücke verhindert, dass die Stadt als ein Ganzes begriffen werden kann.

 

Hier tritt das große Potential der Patton Barracks zutage: Durch die Verdichtung und Erweiterung des ehemaligen Kasernenareals Richtung Süden, kann die Anbindung der dort liegenden Stadtteile an die Kernstadt gelingen. Es bietet sich die Möglichkeit, nicht nur das bisher abgesperrte Militärgelände ins Bewusstsein der Bürger zurückzuholen, sondern auch den Bezug zu den umliegenden und bisher abgeschotteten Gebieten herzustellen. Die Setzung einer klaren Kante Richtung Speyerer Straße, schließt die Stadtkontur.

 

Um eine gelungene Verknüpfung des neuen Stadtviertels zu gewährleisten, wird auf verschiedenen Ebenen operiert. In Bezug auf die Infrastruktur
werden die bereits vorhandenen Anbindungen ausgebaut. Die Kleingärten im Osten werden durch ihre Umwidmung zum Stadtpark von nun an der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Der hier entstehende „Central Park“ ergänzt die Heidelberg-typischen romantisierenden Grünflächen und setzt Rohrbach in Beziehung zum neuen Stadtteil.

 

Heidelberg zeigt exemplarisch verschiedene Möglichkeiten wie Stadt und Forschungsinstitutionen zusammenkommen können. Während die Altstadt Bildungsinstitutionen wie selbstverständlich mit gewerblicher und Wohnnutzung vermengt, wurden auf dem Neuenheimer Feld die Bauten für die Forschung separiert und „auf der grünen Wiese“ situiert.

 

Das Konzept „Kontext“ entwickelt für die Patton Barracks eine adäquate, zeitgenössische Lösung, die ein ausgewogenes Nebeneinander von Technologiebauten, Wohnen, Gewerbe und Freizeit erlaubt. Die Stadtkante Richtung Westen bildet der sogenannte „Strip“, welcher den östlichen Bereich „Soho“ durch die großen Strukturen der Technologiegebäude von der viel befahrenen Speyerer Straße schützt. „Soho“ ist ein lebendiges, vielschichtiges Stadtviertel, in dem neben Kultur, Gastronomie und Einzelhandel überwiegend Wohnnutzung vertreten ist. Auf eine Verschränkung
der beiden Gebiete durch gemeinsame Berührungspunkte wird größter Wert gelegt. So finden sich beispielsweise vereinzelte Bürogebäude
in „Soho“, genau wie Kulturbauten im „Strip“. Ein Wegenetz mit verschieden genutzten Freiflächen, und weitgehend öffentlichen Erdgeschossen sorgen für Offenheit und Transfer.

 

Ausgehend vom Nolli-Plan, der Anfang des 18. Jahrhunderts entstand und zeigt, wie wichtig öffentliche Freiräume für die Atmosphäre der Stadt sind, wird das neue Stadtgebiet durch das Anlegen von grundlegenden Freiraumtypologien wie Straße, Gasse, Hof, Platz und Kolonnade geformt.

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